Das Netzwerk Shareholders for Change besteht aus Investoren, die einen aktiven Beitrag zur Transformation der Wirtschaft leisten wollen. In sogenannten Engagement-Dialogen sucht das Netzwerk den Austausch mit Unternehmen und nutzt Aktionärsrechte. So zeigen die Mitglieder, dass Investoren an mehr als nur Renditen interessiert sind. Die Netzwerkpartner stammen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Gemeinsam treten sie für eine Wirtschaft ein, deren Handeln auch langfristig ökologisch und sozial tragbar ist: Ein klares Nein zur Zerstörung der Umwelt und ein klares Ja zu Menschenrechten.
Kräfte bündeln
Ausgehend von dem Gedanken, dass man gemeinsam mehr schafft, bündelt Shareholders for Change die Ressourcen der Mitglieder. So können sie ihren Einfluss auf Unternehmen stärken. Die Wirksamkeit des Netzwerks wird in den jährlich erscheinenden Engagement-Reports ausgewiesen.
Obwohl die Steyler Ethik Bank erst jetzt Mitglied geworden ist, gab es schon zuvor zwei Kooperationen mit dem Netzwerk. Als die Steyler Ethik Bank Anfang 2025 einen Dialog mit BMW zum Kobaltabbau in Marokko führte, erhielt sie dabei Unterstützung aus dem Netzwerk (siehe Engagement-Report 2025, S. 17). Noch weiter zurück reicht ein Engagement mit der brasilianischen Regierung zum Schutz des Regenwaldes, an dem sich die Bank beteiligte. Hier ging die Initiative vom von Shareholders for Change aus (wir berichteten).
Für eine gerechte Besteuerung
Zwei Mal im Jahr kommen Vertreter der Netzwerkpartner persönlich zusammen, um aktuelle Dialoge zu diskutieren und künftige Aktivitäten zu planen. Das jüngste Treffen am 28. und 29. Mai in Bochum war zugleich das erste, an dem die Steyler Ethik Bank teilnahm. Zentrales Thema war dieses Mal die gezielte Steuervermeidung. Viele Unternehmen optimieren ihre Steuerlast, indem sie Gewinne buchhalterisch in Steuerparadiese verlagern. Damit drücken sie die Steuerlast in den Ländern, in denen sie den Profit eigentlich erwirtschaften. Diese und ähnliche Steuerschlupflöcher mögen legal sein, stehen aber im Widerspruch zur unternehmerischen Verantwortung für das Gemeinwohl. Deshalb führt Shareholders for Change in diesem Jahr mit zwölf großen Unternehmen Dialoge zu diesem Thema. Um welche Unternehmen es dabei geht und wie die Reaktionen ausfallen, wird nach Abschluss der Dialoge berichtet.
Live-Dialog beim Sommertreffen
Highlight des Treffens war ein Live-Engagementdialog mit einem Unternehmensvertreter von Befesa. Das luxemburgische Unternehmen entsorgt und recycelt metallhaltige Stäube und Salzschlacken aus der Stahl- und Aluminiumproduktion. Themen des Dialogs waren die Steigerung der Energieeffizienz, die Vermeidung von Staubemissionen und die Diversität im Unternehmen.
Es entwickelte sich ein sehr offenes und ehrliches Gespräch. Ein gutes Beispiel dafür, wie Investoren und Unternehmen über Nachhaltigkeitsthemen in einen konstruktiven Austausch kommen.
Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Netzwerk und werden darüber regelmäßig berichten.