Spannungsabfall: 2G Energy nicht mehr im Anlageuniversum

Die 2G Energy AG ist ein deutscher Hersteller von Blockheizkraftwerken und Großwärmepumpen. Das Unternehmen aus dem Münsterland beschreibt seine Produkte als „Rückgrat der Energiewende“. Für einen Platz im nachhaltigen Steyler Anlageuniversum reicht es aber nicht aus, die richtigen Produkte anzubieten. Der nachhaltige Mehrwert muss auch nachvollziehbar sein. Doch gerade daran hapert es. Aufgrund "mangelnder personeller Kapazitäten" legt das Unternehmen viele Nachhaltigkeitsdaten nicht mehr offen. Damit fällt das Unternehmen bei Ratings in diesem Bereich stark zurück und wird aus dem Steyler Anlageuniversum ausgeschlossen.

Spannungsabfall (Symbolbild)

Spannungsabfall (Symbolbild)

Für eine erfolgreiche Energiewende sind die Produkte der 2G Energy AG eigentlich wie gemalt. Die Blockheizkraftwerke des Unternehmens können neben Erdgas auch mit Biogas oder Wasserstoff betrieben werden. Im Mix erneuerbarer Energien können sie so dezentral Versorgungslücken von Sonnen-, Wind-, und Wasserkraft schließen. 

Aktuell werden Blockheizkraftwerke der Firma 2G Energy AG zum Beispiel dazu verwendet, um das in Biogasanlagen gewonnene Biogas zu verstromen. Die Abwärme wird entweder zum Heizen nahegelegener Immobilien genutzt oder dem Gärungsprozess der Biomasse zugeführt. Typische Kunden sind landwirtschaftliche Betriebe, aber auch dezentral gelegene Hotels und Schwimmbäder. Auch in Produktionsanlagen kommen 2G-Produkte zum Einsatz. Da diese auf Kraft-Wärme-Kopplung setzen, erreichen sie einen hohen Wirkungsgrad.

Steyler Mischfonds war investiert

Das Unternehmen, das seit 2023 auch Großwärmepumpen herstellt und vertreibt, war seit 2012 Teil des Steyler Anlageuniversums. Von August 2024 bis Februar 2026 war der Steyler Fair Invest - Balanced auch tatsächlich in 2G Energy investiert. Doch obwohl das Produktportfolio von 2G Energy die Klimawende unterstützen kann, wurde das Unternehmen zum zweiten Quartal 2026 aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Hintergrund ist eine Neubewertung des Unternehmens durch das Ratingunternehmen ISS ESG. Seither erreicht 2G Energy nicht mehr die Steyler Best-In-Class Schwelle. 

Zudem weist das neue Rating einen negativen Einfluss auf die UN-Nachhaltigkeitsziele aus. Konkret geht es um die Ziele „Gesundheit und Wohlergehen“, „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“, sowie „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“. Die Steyler Ethik Bank erwartet von jedem Unternehmen in den Fonds, dass es mindestens neutral auf die UN-Nachhaltigkeitsziele wirkt. Das ist nun laut verfügbaren Daten nicht mehr der Fall.

Die Steyler Ethik Bank suchte den Austausch mit dem Unternehmen, um die Gründe für das deutlich verschlechterte Rating zu ermitteln. Dabei kam heraus, dass die Firmenverantwortlichen entschieden haben, viele Indikatoren nicht mehr offenzulegen. Begründet wird dies mit fehlenden personellen Kapazitäten. Doch glaubwürdige Nachhaltigkeit lebt von Transparenz. Nur in einer offenen Kommunikation lässt sich nachvollziehen, wie umweltfreundlich und sozial ein Unternehmen tatsächlich agiert. Das betrifft die eigene Produktion, den Umgang mit der Lieferkette und weitere Themen. 

Auch die negativen Noten bezogen auf die nachhaltige Entwicklungsziele sind auf fehlende Informationen zurückzuführen. Beispielswiese berichtet 2G Energy nicht mehr, wie viel Frischwasser es aktuell verbraucht und wie es den Verbrauch in Zukunft senken will. So kommt es zu einer unerfreulichen Situation: Ein spannendes Unternehmen ist aufgrund fehlender Ambitionen bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht mehr investierbar ist. Ein klarer Spannungsabfall also. 

Sollten sich die Bewertungen künftig verbessern, steht einer Rückkehr ins nachhaltige Anlageuniversum natürlich nichts im Wege.